Osteopathie Wissen

OSTEOPATHIE WISSEN



Wenn Sie mehr erfahren möchten, können Sie sich hier einlesen. Von der langen Historie über Krankheitsbilder bis hin zur Fachterminologie.



HISTORIE DER OSTEOPATHIE

Aufgrund einer persönlichen Tragödie entwickelte Andrew Taylor Still (1829-1917) die Osteopathie. Durch ein detailiertes Studium der Anatomie und Physiologie des Menschen kam er zu der Erkenntnis, dass der Mensch zur Selbstheilung sprich Homeostasie fähig ist.


Still stellte vier Hypothesen auf und entwickelte ein Heilverfahren, welches zur Befreiung der Strukturen anwendbar ist. 1892 eröffnete Still die erste Schule für Osteopathie in Kirksville (Missouri), 1917 wurde die erste Schule für Osteopathie Europas in London eröffnet.


Seit jener Zeit hat sich die Osteopathie kontinuierlich weiterentwickelt, in den USA, ebenso wie in Europa und anderen Teilen der Welt.

KRANKHEITSBILDER



KOPFSCHMERZ


Reizung von schmerzempfindlichen Kopforganen (Schädel, Hirnhäute, Blutgefäße im Gehirn, Hirnnerven, oberste Spinalnerven). Die eigentliche Gehirnsubstanz (ein Teil des Zentralnervensystems (ZNS)) ist nicht schmerzempfindlich.

Kopfschmerzen gehören neben Rückenschmerzen zu den häufigsten gesundheitlichen Beeinträchtigungen: Etwa vier bis fünf Prozent der deutschen Bevölkerung leiden unter täglichen und ca. 70 Prozent leiden unter anfallsweisen oder chronischen (immer wiederkehrenden) Kopfschmerzen. In einer großen Deutschen Studie über 14 Jahre gaben etwa 60% der Befragten an, Kopfschmerzen gehabt zu haben. Dabei zeigte sich, dass gehäuft Frauen und Bewohner von Städten über 50.000 Einwohner an Kopfschmerzen leiden.

Dabei entfallen über 90 Prozent der Kopfschmerzerkrankungen auf die beiden primären Kopfschmerzformen Migräne und Spannungskopfschmerzen, die auch kombiniert auftreten können. Zu den primären Kopfschmerzen gehört auch der Cluster-Kopfschmerz und der medikamentenassoziierte Kopfschmerz. Gemeinsam haben sie, dass bei bildgebender Diagnostik kein sichtbares Korrelat gefunden werden kann.

Eine Ursache für sekundären Kopfschmerz kann zum Beispiel eine sogenannte craniomandibuläre Dysfunktion sein, bei der durch Zahnfehlstellung und Fehlstellung der Kiefer Verspannungen entstehen, die zu Kopfschmerzen und auch zu Rückenschmerzen führen können.



WS-SYNDROM


Unter dem WS-Syndrom versteht man mechanische Störungen von Wirbelgelenken (Blockie-rungen), welche zu plötzlich auftretenden, stechenden Schmerzen mit Bewegungseinschrän-kungen, sowie zu einem "Spasmus" der anliegenden Muskulatur führen. Es handelt sich dabei um funktionelle Störungen, welche in bildgebenden Verfahren nicht darzustellen sind. Das Ws-Syndrom kann gleichermaßen in allen Bereichen der Wirbelsäule auftreten.


SPORTVERLETZUNGEN


Akute Entzündung der Sehne (Verbindung Muskel-Knochen) häufig am Ansatz zum Knochen durch eine schnelle kraftvolle Bewegung. Die Sehne wird schlecht durchblutet und heilt lang- sam. Häufig gibt es wieder kleine Einrisse bei folgender Belastung, da Bewegung schmerzfrei zu sein scheint, schnelle oder kräftige Bewegungen aber die Stabilität des Gewebes noch länger überfordern. So kann die Tendinitis chronisch werden, manchmal sogar eine Perio- stitis (Knochenhautentzündung) nach sich ziehen.




MENSTRUATIONSSCHMERZEN (Unterbauchschmerzen, Dysmenorrhoe....)


Menstruationsbeschwerden bezeichnen das Auftreten verschiedener Symptome, die während der Menstruation auftreten können, wobei der krampfartige Unterbauchschmerz als Leit- symptom gilt. Man unterscheidet zwischen primärer und sekundärer Dysmenorrhoe. Menstruationsbeschwerden sind wichtige Hinweise in der gynäkologischen Diagnostik.


In Untersuchungen zeigt sich, dass die Menstruationsbeschwerden zum einen bei jungen Frauen die häufigste Abweichung von der Norm darstellen, zum anderen im klinischen Patientengut der Gynäkologie in etwa 25 % vertreten sind.




     

SCHWINDEL, TINNITUS


Unter Schwindel im medizinischen Sinne versteht man das Empfinden eines Drehgefühls oder Schwankens oder das Gefühl der drohenden Bewusstlosigkeit. Definiert wird Schwindel im medizinischen Sinn als wahrgenommene Scheinbewegung zwischen sich und der Umwelt. Man unterscheidet u. a. Dreh-, Schwank-, Lift-, Bewegungs- und unsystematischen Schwindel.




ARTHROSE


Der Begriff Arthrose (Syn. Arthrosis deformans – altgriech. ἄρθρον arthron, ‚Gelenk‘ und lat. deformare ‚verstümmeln‘) bezeichnet in Deutschland einen „Gelenkverschleiß“, der das altersübliche Maß übersteigt.

Ursächlich werden ein Übermaß an Belastung (etwa erhöhtes Körpergewicht), angeborene oder traumatisch bedingte Ursachen, wie Fehlstellungen der Gelenke, oder auch knöcherner Deformierung durch Knochenerkrankungen wie Osteoporose gesehen. Die Arthrose kann ebenfalls als Folge einer anderen Erkrankung, beispielsweise einer Gelenkentzündung (Arthri- tis) entstehen (sekundäre Arthrose) oder mit überlastungsbedingter Ergussbildung (sekundä- re Entzündungsreaktion) einhergehen (aktivierte Arthrose).

Grundsätzlich können alle Gelenke von arthrotischen Veränderungen betroffen werden. In Deutschland ist die Erkrankung am häufigsten im Kniegelenk lokalisiert. Arthrose ist einer der häufigsten Beratungsanlässe in einer allgemeinmedizinischen Praxis. In Deutschland lei- den etwa 5 Millionen Menschen an einer Arthrose. Es ist weltweit die häufigste Gelenk-erkrankung (Arthropathie).

Grundsätzlich unterscheidet man die primäre und die sekundäre Arthrose:

Bei der primären Arthrose wird eine biologische Minderwertigkeit des Knorpelgewebes unkla- rer Ursache angenommen. Sekundäre Arthrosen entstehen durch mechanische Überlastung (etwa bei Hüftgelenksdysplasie), entzündliche Veränderungen (etwa bei Arthritiden) oder metabolische Störungen (etwa bei Chondrokalzinose)

Bei der Arthrose führt eine anfängliche Knorpelschädigung im weiteren Verlauf zu Verände-rungen am Knochen:

Im Stadium 1 kommt es zu Rauigkeiten und Ausdünnung der Knorpelschicht, tangentiale Fissuren treten auf.

Im Stadium 2 wird hyaliner Knorpel durch Granulationsgewebe und minderwertigeren Faser-knorpel ersetzt. Es bilden sich Pseudozysten aus nekrotischem Knorpel- und Knochengewebe (Geröllzyste).

Im Stadium 3 treten bereits Ulcerationen auf, das Bindegewebe und die Chondrozyten proli- ferieren.

Im Stadium 4 flacht die Knochenplatte eines Gelenkes ab. Um den Druck auf dem Gelenk dennoch abzufangen, bilden sich Randwülste am Knochen (Osteophyten).



CRANIOMANDIBULÄRE DYSFUNKTION


Kraniomandibuläre Dysfunktion (CMD) ist ein Überbegriff für strukturelle, funktionelle, biochemische und psychische Fehlregulationen der Muskel- oder Gelenkfunktion der Kiefergelenke. Diese Fehlregulationen können schmerzhaft sein. Die Deutsche Gesellschaft für Funktionsdiagnostik und Therapie definiert CMD als Sammelbegriff für eine Reihe klini- scher Symptome der Kaumuskulatur und/oder des Kiefergelenks sowie der dazugehörenden Strukturen im Mund- und Kopfbereich. Entsprechend hat die Bezeichnung mehr den Charak- ter eines Befundes und sollte in die Diagnosen Okklusopathie, Myopathie und Arthopathie spezifiziert werden. Im engeren Sinne handelt es sich dabei um Schmerzen der Kaumus-kulatur („myofaszialer Schmerz“), Verlagerungen der Knorpelscheibe im Kiefergelenk („Diskusverlagerung“) und entzündliche oder degenerative Veränderungen des Kiefergelenks („Arthralgie, Arthritis und Arthrose“).


GLOSSAR


Achse der Rippenbewegung:

Eine gedachte Linie welche der Beschreibung der Rippenbewegung dient:

1. Achse die das Costotransversal und das Costovertebralgelenk durchläuft.

2. Achse die durch das Sterno-chondro-costalgelenk und das Costotransveral-costovertebralgelenk verläuft.

siehe auch Rippenbewegung.

Achse der Kreuzbeinbewegung:

siehe Kreuzbeinbewegung.

Achse:

Eine gedachte Gerade um welche Bewegung verläuft.

active motion:

siehe Bewegung

ART:

articulatory treatment: Gelenkbehandlung.

Asymmetrie:

Ungleichheit einer Position oder Bewegung welche normalerweise symetrisch ist;

häufig gebraucht um Positions- und Bewegungsabweichungen zu beschreiben wenn diese aus somatischen Dysfunktionen resultieren.

Ausatmungsrestriktion der Rippe:

Rippe welche in Einatmungsposition steht und der Ausatmungsbewegung Wiederstand leistet.

Barriere:

1. Bewegungs Barriere: Grenze der Bewegungsmöglichkeit eines Gelenkes

2. Anatomische Barriere:

▪Die Begrenzung einer Gelenkbewegung durch anatomische Gegebenheiten

3. Elastische Barriere:

▪Der Bereich zwischen Bewegungs- und Anatomischer Barriere in welchem passive Dehnung möglich ist ohne Gewebeverletzung zu erzeugen

4. Physiologische Barriere:

▪Begrenzung der aktiven Bewegung eines Gelenkes, kann durch Aufwärmen  erweitert werden

5. Restriktive Barriere:

▪Eine funktionelle Begrenzung innerhalb des anatomischen Bewegungsausmaßes welche die physiologische Bewegung abnormal einschränkt

6. Pathologische Barriere

▪a. Restriktive Barriere

▪b. Permanente Restriktion der Gelenkbewegung mit pathologischer Veränderung des Gewebes z.B. Kontraktur

Biomechanik:

Anwendung mechanischer Prinzipien zum Studium biologischer Funktionen.

BLT:

balanced ligamentous tension treatment: Ausgleichsbehandlung von

(krankhaften Verspannungen der Bänder (Faszien).

Cephalad:

engl.Ausdruck für kranialwärts.

Coronal plane:

im englischen übliche Bezeichnung für die frontale Ebene, siehe Ebene.

CMD:

cranio-mandibuläre-Dysfunktion - Kiefergelenksbehandlung

Treffen Ober- und Unterkiefer nicht in der idealen Position aufeinander, kann es zu Störungen und Schmerzen kommen. Beim Schließen des Mundes verschiebt sich der Unterkiefer dann automatisch in eine neue Position, um diese Fehlstellung auszugleichen. Dadurch wird ein Druck auf umliegende Muskeln erzeugt, so dass diese in unnatürlicher Weise beansprucht und belastet werden. Experten sprechen von einer Craniomandibulären Dysfunktion (CMD), einer Funktionsstörung im Kausystem, also im Zusammenspiel zwischen Ober und Unterkiefer.

Wie macht sich CMD bemerkbar? CMD äußert sich im Bereich des Kausystems zum Beispiel durch

▪Schmerzen in den Gesichts- und Kaumuskeln

▪Schmerzen im Kiefergelenk

▪Übermäßiges Knirschen und Pressen mit den Zähnen

▪Zahnwanderungen und -lockerungen

▪Abgenutzte, gesplitterte, eingekerbte Zähne

Außerhalb des Kausystems können folgende Symptome auf CMD hinweisen:

▪Schwindel

▪Ohrgeräusche (Tinnitus)

▪Nächtliche Atemstörungen

▪Schnarchen

▪Schulter- und Nackenschmerzen

▪Rückenschmerzen

▪Hüft- und Knieschmerzen

▪Kopfschmerzen, Migräne

▪Sehstörungen

▪Stimmungsschwankungen, Depressionen

Counterstrain:

Anwendung der "Strain-Counterstrain-Technik" nach Dr. L. Jones D.O.,

eine Untersuchungs- und Behandlungsmethode welche von der These ausgeht jede Dysfunktion sei ein andauernder, Stressreflex welcher dadurch aufgehoben werden kann,

dass eine Position gefunden wird, welche der fehlerhaften Stressposition polar entgegengesetzt und schmerzfrei ist, diese wird mit Hilfe spezifischer Schmerzpunkte (tender points) gefunden.

cranial treatment:

osteopathy in the cranial field / cranial osteopathy: Osteopathische Behandlung im craniellen Bereich (Craniosacrale Osteopathie, Craniopath)

Cranial concept:

siehe Primäres Atmungssystem.

Chronische somatische Dysfunktion:

siehe Somatische Dysfunktion.

Cranial rhythmic impulse:

siehe Kraniosakraler Rhythmus.

CS:

siehe counterstrain treatment.

CSF:

siehe Cerebro-Spinalflüssigkeit

DIR:

Direkte Behandlung (Manuelle Behandlung hin zur Bewegungseinschränkung).

Diagonale Achse:

schräg verlaufende Rotationsachse, insbesondere zur Beschreibung der Os Sacrum-Dysfunktionen, siehe Sacrumbewegung.

Dekompensation:

der nicht mehr ausreichende Ausgleich einer Funktionsstörung, d.h. das u.U. reversible Versagen bzw. die Entgleisung der autonomen Kompensationsmechanismen; i.w.S. das daraus resultierende Krankheitsbildanatomische, röntgenologische etc. Orientierungs-, Bezugsebene.

Diagonale Axe:

schräg verlaufende Rotationsachse, insbesondere zur Beschreibung der Os Sacrum-Dysfunktionen, siehe Sacrumbewegung.

Ebene:

1. Frontalebene: Teilt den Körper in ein Hinten und Vorne;

2. Sagittalebene: Teilt den Körper in ein Rechts und Links;

3. Transversalebene: Teilt den Körper in ein oben und unten

Effleurage:

siehe Streichmassage

Einatmungsrestriktion der Rippe:

Rippe welche in Ausatmungsposition steht und der Einatmungsbewegung Wiederstand leistet.

Elastizität:

elasticity: die mechanische Eigenschaft eines Körpergewebes, durch ein mechanisches Spannungsfeld z.B. Dehnung, Druck nur vorübergehend verformt zu werden und nach Aufhören der Wirkung in den ursprüngllichen Zustand zurückzukehren.

ERS:

Beschreibung einer somatischen Dysfunktion: Bezeichnet die Kombination: extendiert, rotiert und seitgeneigt.

Exaggeration Technik:

Übertreibungstechnik.

Extension craniosacral:

Alle Bewegungen im craniosacralem Bewegungsverlauf welche physiologisch vorkommen während das Sphenobasilargelenk eine Extensions- bzw. das Sacrum eine Nutationsbewegung macht,

siehe Nutation.

Extension:

1. Einheitliche Bezeichnung für eine Rückwärtsbewegung der Wirbelsäule

    auf einer saggitalen Ebene um eine transversale Achse;

2. Bewegung einer Gliedmaße bzw. eines Gliedmaßenabschnitts oder

    der Wirbelsäule aus der Beuge- in die Streckstellung;

3. Entfernung der Enden einer Kurve voneineander; Gegenteil: Flexion.

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Flexion craniosacral:

Alle Bewegungen im craniosacralem Bewegungsverlauf welche physiologisch vorkommen während das Sphenobasilargelenk eine Flexionsbewegung ausführt bzw. das Sacrum eine Contranutationsbewegung macht, siehe Contranutation.

Flexion:

1. Einheitliche Bezeichnung für eine Vorwärtsbewegung der Wirbelsäule

    auf einer saggitalen Ebene um eine transversale Achse;

2. Bewegung einer Gliedmaße bzw. eines Gliedmaßenabschnitts oder

    der Wirbelsäule aus der Streck- in die Beugestellung;

3. Annhäherung der Enden einer Kurve voneineander; Gegenteil: Extension.

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Gelenk:

bewegliche Verbindung zwischen zwei oder mehreren Knochen;

2. Die passive oder aktive Bewegung eines Gelenks innerhalb seiner anatomischen Möglichkeiten.

Gesundheit:

Optimaler Zustand physischen, mentalen, emotionalen und spirituellen Wohlbefindens.

guiding:

sachte Bewegung des Behandlers welche den Weg des geringsten Wiederstandes eine Körperbewegung folgt.

Homöostase:

Selbstregulation eines - biologischen - Systems im dynamischen Gleichgewicht.

HVLA:

Siehe HVLT

HVLT:

high velocity / low amplitude treatment (trust), manipulative Technik unter Einsatz von hoher Geschwindigkeit und kleiner Amplitude, Impulstechnik.

Hypertonus:

Zustand der durch den übersteigerten Tonus der Skelettmuskulatur erzeugt wird.

Verstärkter Wiederstand eines Muskels gegen passive Dehnung.

ID:

Indirekte Behandlung (Manuelle Behandlung weg von der Bewegungseinschränkung in die "freie" Richtung).

Inhärent:

inherent: das zusammengehören von Ding und Eigenschaft, innewohnend, in der Osteopathie zur Beschreibung von Eigenbewegung von Geweben verwendet, siehe Motilität

Kombinierte Techniken:

Zweiphasentechnik bei welcher die Dysfunktion erst in indirekter Richtung behandelt wird um dann in direkter Richtung (Restriktionsseite) beendet zu werden.

Kontraktion:

Sichzusammenziehen, d.h. die Verkleinerung von Volumen und / oder Länge;

▪1. konzentrische Kontraktion: Verkürzung des Muskels durch Annäherung der Anheftungen

▪2. exzentrische Kontraktion: Verlängerung des Muskels durch eine äußere Krafteinwirkung

▪3. isolytische Kontraktion:

▪a. Kontraktion eines Muskels gegen einen Wiederstand wobei der Muskel verlängert wird

▪b. Die Kraft einer Manipulationsanwedung ist größer als die dagegengehaltene Kraft des Patienten

▪4. isometrische Kontraktion:

▪a. Anspannung eines Muskels ohne daß eine Annäherung von Muskelursprung und -ansatz erfolgt

▪b. Die Kraft einer Manipulationsanwedung ist gleich groß wie die dagegengehaltene Kraft des Patienten.

▪5. isotonische Kontraktion:

▪a. Anspannung eines Muskels bei Annäherung von Muskelursprung und -ansatz

▪b. Die Kraft einer Manipulationsanwedung ist kleiner als die dagegengehaltene Kraft des Patienten.

Kontranutation:

Gegenteil von Nutation.

kranial:

kopfwärts gelegen (superior, oberer).

Kranielle Technik:

siehe PRM, siehe auch CR.

Kraniosakraler Rhythmus:

cranial rhythmic impulse: Eine tastbare, rhythmische Fluktuationsbewegung welche synchron mit dem PRM verläuft.

Kraniosakraler Mechanismus:

Begriff von W.G.Sutherland D.O. um auf die anatomische Beziehung von Os Occipitalis und Os Sacrum durch die Dura Mater zu verweisen.

Manipulationsbehandlung:

siehe OMT.

MET:

muscle energy treatment: Muskel Energie Technik, Osteopathische Behandlung des Muskel-Skelett-Systems.

MFR:

myofascial release treatment: Myofasciale Entspannungstechnik.

Motilität:

Allgemeiner Begriff für das Bewegungsvermögen, die unwillkürlichen Bewegungsvorgänge,

je nach Organ bezeichnet z.B. als Magen-, Darm-M.; i.w.S. aber auch die Beweglichkeit als Leistung der Skelettmuskulatur. In der Osteopathie Bezeichnung für inhärente Bewegung des ZNS, der Organe, und der Körperstrukturen, welche als ein embryologisches Phänomen erklärt wird.

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Nutation:

(latein. nutrans) nickend, schwankend.

Auf das Sacrum bezogen, wenn die Basis sich nach anterior bewegt.

OCF:

siehe CROMT: Osteopathic manipulative treatment: osteopathische Manipulationsbehandlung.

Eine therapeutische Anwendung um unter Einsatz gezielt verwendeter mechanischer Kräfte eine verbesserte physiologische Funktion und eine Unterstützung der Homöostase

(siehe dort) zu erreichen.

OMT:

Osteopathic manipulative treatment: osteopathische Manipulationsbehandlung.

Osteopathische Läsion:

Ursprünglicher Begriff für die somatische Dysfunktion, siehe dort.

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Palpation:

1. Das auflegen der Finger auf die Haut mit unterschiedlichen Druck um selektiv

    den Zustand der darunterliegenden Gewebe zu ertasten;

2. Palpatorische Diagnose:

    Bei osteopathischen Ärtzten verwendeter Begriff zur Beschreibung der palpatorischen

    Befunderhebung;

3. Palpatorische Fähigkeiten:

    Die sensorischen Fähigkeiten zur Erhebung einer palpatorischen DiagnosePrimäres

    Atmungssystem: primary respiratory mechanism.

Plane:

siehe Ebene

PNF:

propriozeptive neuromuskuläre Fazilitation

Bei der PNF-Methode wird u. a. versucht, gestörte Bewegungsabläufe zu normalisieren. Dazu werden die Druck- und Dehnungsrezeptoren in Muskeln (Propriozeptoren), aber auch Sehnen, Gelenkkapseln und Bindegewebe z. B. durch Druck, Dehnung, Entspannung oder auch Streckung stimuliert. Diese Abläufe werden in bestimmten festgelegten Reihenfolgen durchgeführt. Dadurch kommt es in den Muskeln zu einer vermehrten Reaktion, also z. B. einer vermehrten Muskelkontraktion oder -entspannung.

Sie gehört zu den "Basis-Methoden" der Physiotherapie und zeichnet sich durch komplexe Bewegungsmuster aus, welche grundsätzlich in diagonalen Mustern (sogenannte Pattern) verlaufen.

Wichtig bei der PNF ist die Summation von Reizen, sei es exterozeptiv (taktil, visuell, akustisch) oder propriozeptiv (über Muskel-, Gelenk- und Sehnenrezeptoren), um ein möglichst umfassendes Ergebnis zu erreichen.

Primäres Atmungssystem:

Von W.G. Sutherland D.O. entwickeltes Modell zur Beschreibung gegenseitigen Beinflußung von fünf Körperanteilen:

1. Die Eigenbewegung (Motilität) von Gehirn und Rückenmark;

2. Die Flüssigkeitsbewegung der Cerebrospinalflüssigkeit;

3. Bewegung (Mobilität) der Intracraniellen und intraspinalen Membrane;

4. Die Gelenksbewegung der Schädelknochen;

5. Die unwillkürliche Bewegung des Kreuzbeins zwischen den Darmbeinschaufeln.

PRM:

siehe Primäres Atmungssystem.

Pubis Dysfunktionen:

somatische Dysfunktionen der Schambeinsymphyse.

Rippenbewegung:

1. Henkelbewegung der Rippe: bucket handle rib motion:

    Bewegung der Rippen während der Atmung so, daß während der Einatmung

    der laterale Anteil der Rippen cranial angehoben wird und eine Vergrößerung des

    transversen Thoraxdurchmessers bewirkt, diese Rippenbewegung ist bei

    den unteren Rippen stärker ausgeprägt;

2. Pumpbewegung der Rippe: pump handle rib motion: Bewegung der Rippen während

    der Atmung so, dass während der Einatmung der sternale Anteil der

    Rippe cranial angehoben wird und eine Vergrößerung des antero-postero Durchmessers

    des Thorax bewirkt, diese Rippenbewegung ist bei den oberen Rippen stärker ausgeprägt;

3. Eiszangenbewegung der Rippen: caliper rib motion: Bewegung der Rippen elf und zwölf

    welche sich als eingelenkige Bewegung charakterisiert und eine Innen- bzw.

    Außenrotation ausführt; siehe Achse der Rippenbewegung.

Rückneigung:

Gegenteil von Vorbeugung, siehe Extension.

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Sacrumbewegung:

Somatische Dysfunktion: Eingeschränkte oder veränderte Funktion der Anteile des somatischen Körpersystems das aus Skelettsystem, Gelenksystem, den Myofascialen Strukturen und den damit zusammenhängenden vasculären, lymphatischen und neurologischen Strukturen besteht, somatische Dysfunktionen können mit T.A.R.T. gefunden und mit OMT behandelt werden.

Schwerelinie:

gedachte Lotlinie in der Frontalebene, welche bei einenem theorethisch idealen Stand vom unterem Sprunggelenk über die äußeren Kondylen des Kniegelenks, den großen Trochanter,

den 4. Lendenwirbel, den Kopf des Humerus und dem Ohrloch verläuft.

Somatische Dysfunktion:

Eingeschränkte oder veränderte Funktion der Anteile des somatischen Körpersystems das aus Skelettsystem, Gelenksystem, denMyofascialen Strukturen und den damit zusammenhängenden vasculären, lymphatischen und neurologischen Strukturen besteht, somatische Dysfunktionen können mit OMT behandelt werden.

Streichmassage:

leichte Massage, ausgeführt als Streichung mit der Handfläche oder den flach aufsetzenden Fingerspitzen stets in gleicher Richtung u. unter geringer Hautverschiebung;

in der Regel von der Peripherie zentralwärts. Wirkt hyperämisierend,

ferner dämpfend auf das Vegetativum.

Wird insbesondere benutzt, um den lymphatischen Rückstrom zu stimulieren.

superior:

siehe kranial.

T.A.R.T.:

Tissue texture abnormality, Asymmetrie , Restriction of motion.

Tenderness:

Abk. für vier Untersuchungskriterien nach Gewebsveränderungen, Asymmetrie , Bewegungseinschränkung, Schmerzhaftigkeit.

VIS:

visceral manipulative treatment: Viscerale Manipulation siehe VIT.

VIT:

Viscerale Therapie, Osteopathische Behandlung der Organ-Systeme.

Vorbeugung:

Gegenteil von Rückneigung, siehe Flexion.

Zerebro-Spinalflüssigkeit:

Liquor: die Gehirn-Rückenmark-Flüssigkeit, von den Plexus choroidei gebildet, in den Liquorräumen zirkulierend und vorwiegend in Pacchioni-Körperchen resorbiert;

dient dem Schutz des zentralen Nervensystems vor mechanischen Verformung,

besitzt metabolische Funktion und ist einer der fünf Anteile des Craniosacralen Systems (siehe PRM).

Zirkumduktion:

Aktive oder passive kreisförmige Drehung einer Extremität

um einen in ihr selbst befindlichen Drehpunkt.



OSTEOPATHIE


Der Osteopath arbeitet mit den Händen. Das Prinzip der Osteopathie bezieht sich zum einen auf die Beweglichkeit des Körpers in seiner Gesamtheit, zum anderen auf die Eigenbeweglichkeit der Gewebe, der einzelnen Körperteile und Organsysteme sowie deren Zusammenspiel. Jedes Körperteil, jedes Organ benötigt zum optimalen Funktionieren viel Bewegungsfreiheit.


Die Osteopathie behandelt demzufolge keine Krankheiten im eigentlichen Sinne,

sondern Bewegungsstörungen im weitesten Sinne.

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